Business-Apps

Kleine Programme mit grossem Nutzen

Von Hartmut Schumacher · 2015

Ob im Job oder als Konsument – mobile Apps ermöglichen schnellen Zugriff auf gewünschte Informationen.

Durch die vermehrte Nutzung mobiler Endgeräte kommen Unternehmen über kurz oder lang nicht um sie herum: Business-Apps. Was sind die Vorteile? Und wie verbreitet sind sie bereits in Schweizer Unternehmen?

Immer häufiger kommen in Unternehmen mobile Business-Apps zum Einsatz – kleine Programme also, die auf Smartphones oder auf Tablets laufen. Die Vorteile lassen sich schnell zusammenfassen: Mobile Applikationen ermöglichen es den Mitarbeitern, ihre Aufgaben zu erledigen, ohne am PC sitzen oder ein Notebook mit sich herumtragen zu müssen. Das ist nicht nur für Aussendienstmitarbeiter wichtig, sondern auch für Mitarbeiter, die innerhalb eines Unternehmens unterwegs sind.
Mobile Business-Apps erlauben es beispielsweise, jederzeit auf unternehmensinterne Da-ten-banken zuzugreifen, um sich selbst oder die Kunden mit benötigten Informationen zu versorgen. Umgekehrt ist es den Mitarbeitern möglich, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort Informationen an die Unternehmens-Server zu übermitteln. Das sorgt für eine Optimierung der Geschäftsabläufe. Auch die Kommunikation mit Kollegen, Geschäftspartnern oder Kunden kann durch mobile Business-Apps deutlich erleichtert werden. Konkrete Einsatzgebiete sind unter anderem die Bereiche Business Intelligence, Customer-Relationship-Management, Mitarbeiterschulung, Personalverwaltung, Dokumentenmanagement, Maschinensteuerung und Terminverwaltung.

Apps auch für Kunden

Wichtig sind auch mobile Apps, die nicht für den unternehmensinternen Einsatz gedacht sind, sondern sich an (potenzielle) Kunden richten: Immer mehr Konsumenten verwenden statt eines PCs ihr Smartphone oder ihr Tablet zum Abrufen von Informationen aus dem Internet. Den Kunden diese Möglichkeit nicht zu bieten, stellt mittlerweile einen deutlichen Nachteil gegenüber der Konkurrenz dar.
Theoretisch ist es zwar auch möglich, sich einfach darauf zu verlassen, dass die Kunden auf ihren mobilen Geräten die bereits vorhandene Web-Site des Unternehmens nutzen. In der Praxis aber kann sich dies als fatal erweisen. Denn auf Smartphones und Tablets ist das Verwenden von Apps in der Regel nicht nur bequemer, sondern läuft auch rascher ab als das Benützen von Web-Seiten. Und zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Kunden vor allem beim Online-Einkauf nur sehr wenig Geduld haben, wenn sie warten müssen.

Nachholbedarf in der Schweiz

Wie verbreitet ist der Einsatz von mobilen Business-Apps in eidgenössischen Unternehmen? Prinzipiell stimmen die Voraussetzungen in der Schweiz: Laut einer Studie der HSO Executive Business School kommen in 72 Prozent der Schweizer Unternehmen Smartphones und Tablets zum Einsatz. 59 Prozent der Firmen stellen ihren Mitarbeitern die entsprechenden Geräte zur Verfügung. In den übrigen Unternehmen verwenden die Mitarbeiter ihre eigenen mobilen Geräte – meist überwacht von «Bring Your Own Device»-Richtlinien der Firma. Mobile Business-Apps werden jedoch in lediglich etwa einem Drittel der Schweizer Unternehmen verwendet.
Auch einer Untersuchung der Marktforschungsfirma Vanson Bourne zufolge ist die Bereitschaft von Schweizer Unternehmen, sich auf die Neuausrichtung der Software-Landschaft hin zu mobilen Apps einzustellen, deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern und in Nordamerika. Das führt dazu, dass die Schweiz sich im «Enterprise Mobility Index» von CA Technologies auf Platz 15 befindet, weit abgeschlagen hinter Ländern wie den USA, Indien, China, Australien, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich. Der Index gibt an, in welchem Umfang Firmen einen unternehmensweiten Ansatz für den Umgang mit mobilen Geräten verwirklicht haben.

Sicherheitsbedenken überwinden

Prinzipiell jedoch wünschen sich zwei Drittel der befragten Schweizer IT-Führungskräfte in der Vanson-Bourne-Studie eine stärkere Verwendung von Apps in ihren Unternehmen. Dass dies bislang nur zögerlich stattfindet, liegt hauptsächlich an einer schwerfälligen Unternehmenskultur, mangelndem Interesse bei der Geschäftsführung, knappen Ressourcen und Sicherheitsbedenken. 
Eine weitere aktuelle Studie zum ökonomischen Umfeld von Apps belegt allerdings, «dass Schweizer Unternehmen zunehmend gewillt sind, [...] die Innovation in der App-Economy voranzutreiben», so Jürg Schleier, Country Manager bei CA Technologies Schweiz. Die Bedenken bezüglich der Sicherheit dürften zumindest teilweise durch Investitionen abgemildert werden: In den nächsten drei Jahren werden Schweizer Unternehmen 25 Prozent der IT-Ausgaben für Sicherheitsmassnahmen verwenden – elf Prozentpunkte mehr als zurzeit und auch mehr als in Staaten wie Deutschland, Frankreich und Italien.